Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße: Stadtrat entscheidet im März über die Zukunft
In einem SZ-Artikel vom 14. Januar 2011 kündigt Baubürgermeister Jörn Marx an, den Stadtrat über zwei Varianten verbindlich entscheiden zu lassen. Die SPD und die Bürgerinitiative pro Boulevard setzen sich seit Jahren für die autofreie Boulevard-Lösung ein.
Anscheinend möchte Herr Marx schnellstens "Nägel mit Köpfen" machen und das Thema Zentralhaltestelle endlich abschließen. Anders kann man seine Äußerungen nicht interpretieren. Dabei möchte er allein die Gemüter beruhigen. Denn eine schnelle Umsetzung einer der zu beschließenden Vorschläge scheint nicht möglich. So sind dafür im gerade beschlossenen Doppelhaushalt 2011/12 keine Gelder vorhanden. Insofern agiert er abermals zweiseitig: Einerseits Handlungen ankündigen, diese andererseits aber nicht umsetzen (können).
Gleichwohl ist schnelles Handeln geboten. Die zahlreichen jährlichen Unfälle unter Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern aufgrund der unübersichtlichen Lage vor Ort dürfen nicht weiter hingenommen werden. Daher veranstalteten wir im September 2010 eine Diskussion, in der über unmittelbar durchführbare Verbesserungen und Sicherheitserhöhungen gesprochen wurde.
Folgende Maßnahmen sollte Herr Marx auf ihre Umsetzbarkeit prüfen:
- Abmarkierung der Gleise für den KfZ-Verkehr: Hierdurch sollen Überholvorgänge der stehenden ÖPNV-Fahrzeuge verhindert werden.
- Verbreiterung des Fußwegs am Dreikaiser Hof.
- Wegfall des Radwegs im Bereich der Zentralhaltestelle durch Verlagerung auf die Straße.
- Einrichtung einer Tempo 30-Zone zwischen Reisewitzer Straße und Tharandter Straße bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsüberwachung.
- Öffnung der Columbusstraße für den Durchgangsverkehr.
- Einrichtung nur eines Fahrstreifens je Fahrtrichtung im Haltestellen- und angrenzendem Bereich.
- Umbau Zentralhaltestelle im Sinne einer Erhöhung der Barrierefreiheit für alle Verkehrsteilnehmer.
- Fertigstellung der Wernerstraße im unsanierten Bereich.
- Installierung einer Fußgängerampel an der Gröbelstraße.
Auf Anfrage der SPD-Stadtratsfraktion sowie der BI pro Boulevard sicherte Herr Marx einen Abschluss aller Prüfungen bis Ende des ersten Quartals 2011 zu. Gleichfalls wies er darauf hin, dass die Errichtung einer Ampel- bzw. Blitzüberwachungsanlage aus Kostengründen wohl nicht möglich sei. Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone sowie die Entfernung des Radwegs im Haltestellenbereich würden besonders präferiert.
Schließlich sollte Herr Marx seine Arbeit Schritt für Schritt erledigen. Anstatt in Aktionismus zu verfallen, wäre es ratsam, zunächst alle Ressourcen zu Prüfungen der Provisorien und deren mögliche Umsetzung zu mobilisieren. Erst dann böte sich eine gewissenhafte Entscheidungsfindung im Stadtrat an.