Dresdner Westen im Schulnetzplan 2012 bisher ungenügend berücksichtigt
In dieser Woche stellte der Schulbürgermeister Winfried Lehman seine ersten Entwürfe zum Schulnetzplan 2012 vor. Sie berüchsichtigen die Gegebenheiten im Dresdner Westen nur ungenügend.
Einerseits anerkennt Herr Lehman endlich die Realität und berücksichtigt damit den sehr positiven Geburtentrend in seinen aktuellen Schulnetzplänen. Laut den städtischen Prognosen steigt die Anzahl der Einschulungen im Dresdner Westen in den nächsten zehn Jahren um über 17%. Bis dahin müssen ab dem Schuljahr 2014/15 bereits fünf weitere Klassenzüge angeboten werden. Da ist dringender Handlungsbedarf geboten.
So sind in der Vergangenheit bereits mehrere Grundschulen an ihre Belastungsgrenzen gestoßen. Vor allem die 74. Grundschule in Gompitz ist seit Jahren überbelegt. Die Gompitzer und Altfrankener Eltern hatten immer wieder Mühe, ihre Kinder wohnortnah unterzubringen. In diesem Sinne begrüße ich auch den geplanten Ausbau der 74. Grundschule. Nur muss dieser möglichst zügig und in enger Absprache mit der Schulleitung und Elternvertretung erfolgen.
Ähnlich gestaltet sich auch die Situation in Löbtau und Dölzschen. Hier sollen die 81. und. 37. Grundschulen durch eine Wiedernutzbarmachung des Standorts der ehemaligen 38. Mittelschule entlastet werden.
Andererseits ist mir nicht klar, warum Herr Lehmann auf die lokal ansteigenden Schülerzahlen im Gymnasial- und Mittelschulbereich nicht angemessen reagiert. Besonders fehlt es an einer Entlastung des Cottaer Gymnasiums, das mit seinen sechs Klassenzügen seit langem überbelegt ist. Auch das Plauener und Vitzthum-Gymnasium arbeiten am Rande des Möglichen. Und die Lage wird sich weiter verschlimmern – spätestens dann, wenn die geburtenstärkeren Jahrgänge zum Gymnasium wechseln.
Eine wirkliche Entlastung kann nur die Wiedernutzbarmachung des ehemaligen Gorbitzer Andreas-Schubert-Gymnasiums bringen. Davon würden neben Gorbitz auch die Ortschaften des Dresdner Westens und des Umlands am meisten profitieren. Die Wiedereröffnung des Plauener Löffler-Gymnasiums ist keine Alternative. An dieser Stelle muss der Schulentwicklungsplan in den nächsten Wochen dringend nachgebessert werden.