Wöller rudert hilflos durch die Schulpolitik

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt zum heutigen Interview mit Staatsminister Wöller in der Dresdner Morgenpost: "Zweite Bildungsempfehlung ist fatale Fehlentscheidung von Schwarz-Gelb.

„Im Interview in der heutigen Ausgabe der Dresdner Morgenpost beschreibt  Staatsminister Wöller zum ersten Mal etwas genauer die zweite Bildungsempfehlung in Klasse 6. Er verfestigt dabei den Eindruck, dass sie nicht nur überflüssig, sondern ein Schritt in die falsche Richtung ist. Offenbar rudert die neue CDU/FDP-Regierung hilflos durch die Schulpolitik, ohne den eigentlichen Kurs zu kennen. Schwarz-Gelb schaut offensichtlich nur auf die Gymnasien und Abiturienten und macht damit die Mittelschulen zu Restschulen, auch wenn sie dann hochtrabend Oberschulen heißen. Mit der zweiten Bildungsempfehlung werden nicht nur die Schüler ein weiteres Mal beschämt, welche nicht ans Gymnasium dürfen. Nun wird es  auch in Klasse 5 und 6 zwei Klassen von Mittelschülern geben. Kinder sind aber keine Schachfiguren, die man auf schwarz oder weiß stellen kann.

Statt der Gemeinschaftsschule und damit dem längeren gemeinsamen Lernen wie in Thüringen eine echte Chance zugeben, versucht man, gegen den Elternwillen zu arbeiten. Wovor hat die Elite-orientierte CDU-FDP-Regierung eigentlich Angst? Vor dem Elternwillen, der mehrheitlich auch in Sachsen dagegen ist, dass Kinder schon mit zehn Jahren auf Bildungslaufbahnen festgelegt werden? Die gerade gestartete Unterschriftensammlung zeigt, dass ein großer Teil der Sachsen keine frühe Trennung in gymnasiale und nichtgymnasiale Schüler will. Daran wird auch die zweite Hürde nach Klasse 6 nichts ändern.“

Artikelkategorien: