Überhastete Rückwärtsrolle bei der Wiedereinführung des Staatsexamens ist ein Armutszeugnis für Schwarzgelb!
Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, erklärt zu der Mitteilung des Kultusministers Roland Wöller (CDU) in der LVZ, wonach das sächsische Kultusministerium kein Staatsexamen zum Wintersemester durchführen will:
„Das Desaster für die vollkommen überstürzte Wiedereinführung des Staatsexamens in der Lehrerausbildung war bereits bei der Ankündigung 2010 absehbar. Alle Experten haben in einer Landtagsanhörung zur Lehramtsausbildung bereits vor Monaten die Umstellung und den Zeitplan scharf kritisiert. Die Landesregierung beharrte stur und beratungsresistent auf ihrer Position. Ganz gemäß dem Motto: Augen zu und durch! Statt zunächst eine Evaluierung der neuen Bachelor/Master-Studiengänge abzuwarten, will die Landesregierung in eine Lehramtsausbildung von vorgestern zurückkehren. Die nun eingetretene zeitliche Verzögerung der erneuten Umstellung muss zum Nachdenken und zur schnellen Kurskorrektur genutzt werden.
Statt die Studierenden und die Hochschulen von einem Schock in den Nächsten zu schicken, sollte an der qualitativen Weiterentwicklung der Bachelor/Master-Studiengänge auf der Grundlage der seit 2006 gesammelten Erfahrungen und der ersten Master-Absolventenstudiengänge gearbeitet werden.
Erneut kann nun an der TU Dresden kein Grundschullehramt vollständig bis zum Master ausgebildet werden. Die Uni Leipzig kann beim besten Willen diese Lücke nicht schließen und das vor dem Hintergrund des absehbaren Lehrermangels bereits ab 2012/13. Erneut lässt die Staatsregierung die Studierenden im Stich und versagt dann, wenn es auf vernünftiges und durchdachtes Handeln ankommt. “