TIMSS Übergangsstudie: Am besten wäre kein Übergang

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:

„Wieder einmal zeigt eine empirische Studie, dass unser Bildungssystem ungerecht und unsozial ist: Da der Übergang von der Grundschule in die weiterführenden Schulen derart stark sozial belastet ist, sollte er wegfallen. Auch dass mit dem Übergang generell eine Abnahme der Lernfreude zu verzeichnen ist, spricht für seien Abschaffung. Wenn die Studie bestätigt, »dass das Selbstkonzept vor allem am Gymnasium deutlich abnimmt«, dann können wir das nicht einfach hinnehmen. Die Antwort auf die Studien ist eindeutig: längeres gemeinsames Lernen für alle!

Damit aber nicht genug: Zudem brauchen wir einen stärkeren Fokus auf die frühkindliche Bildung. Deshalb hat die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag kürzlich einen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Personalschlüssel an den Kitas eingebracht. Wir brauchen aber ebenso eine Lernkultur, welche die sozialen Belastungen abbaut und jedes Kind fördert. Dafür ist aber unser jetziges sächsisches Schulwesen nicht geeignet.

Die vehementen Verfechter des gegliederten Systems, wie sie auch in Sachsen in der Regierung sitzen, sollten sich durch die Studie angeregt fühlen, endlich die nötigen Reformen in den Schulen anzustoßen und vor allem kritisch zu hinterfragen, welchen Schaden das Gymnasium bei vielen jungen Menschen anrichtet.

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Wenn die Schule es nicht schafft, das Leistungsvermögen der anvertrauten Kinder unabhängig vom sozialen Hintergrund zu fördern, dann darf sie auch nicht nach der gezeigten Leistung sortieren!“

Hintergrund

Mit der sogenannten TIMSS-Übergangsstudie "Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule - Leistungsgerechtigkeit und regionale, soziale und ethnisch-kulturelle Disparitäten" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung liegen nun erstmals bundesweit repräsentative Daten für den Übergang in die weiterführenden Schulen vor.

http://www.bmbf.de/press/2896.php

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