SPD will sächsisches Schulgesetz ändern

Bildungspolitikerin Eva-Maria Stange: "Längeres gemeinsames Lernen muss endlich im Gesetz verankert werden"

Für die Zeit nach der Landtagswahl kündigt die sächsische SPD- Bildungsexpertin und Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva-Maria Stange eine Änderung des sächsischen Schulgesetzes an. „Sollte die SPD weiter regieren dürfen, muss es gelingen, das längere gemeinsame Lernen im Schulgesetz zu verankern. Das Feilschen um jeden Schulversuch muss endlich aufhören.“ Obwohl auf Initiative der SPD bereits 2004 im Koalitionsvertrag* von CDU und SPD verankert, gebe es bisher lediglich neun Gemeinschaftsschulen in Sachsen. Vier Mal so viele Schulträger hätten zwar entsprechende Anträge gestellt, seien aber aus den verschiedensten Gründen gescheitert. Immer wieder versuche die CDU neue Gemeinschaftsschulen in Sachsen zu verhindern.

„Wenn Sachsen in den kommenden Jahren gleiche Bildungschancen für alle Kinder endlich umsetzen will, müssen Sachsens Schüler künftig wenigstens bis zur achten Klasse gemeinsam lernen dürfen, anstatt schon nach Klasse 4 aufgeteilt zu werden“, sagte die Bildungspolitikerin. Dafür müssten die Schulen und Schulträger die nötigen Freiräume bekommen. Das sei in anderen Ländern längst erfolgreich gelebter Alltag. Darüber hinaus biete die Gemeinschaftsschule mit einer individuell fördernden Lernkultur weitaus bessere Möglichkeiten Kinder mit Lernschwächen oder Behinderungen zu integrieren und mitzunehmen. „Ein modernes Schulsystem, das machen uns andere Länder wie Kanada, die Niederlande oder Polen vor, kann nur mit und für die Kinder und nicht gegen sie erfolgreich sein.“

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* „Die Staatsregierung fördert Entwicklungen, welche in diese Richtung und zum produktiven Umgang mit Vielfalt führen. Deshalb werden auf Antrag der Schulträger, „Schulen mit besonderem pädagogischen Profil/Gemeinschaftsschulen“ stellenneutral unter Einhaltung der KMK-Vereinbarungen, der Bildungsstandards sowie wissenschaftlicher Begleitung ermöglicht. Damit werden unterschiedliche Formen längeren gemeinsamen Lernens in der Sekundarstufe I und schulformübergreifende Kooperationen ermöglicht.“ (vgl. Koalitionsvertrag von CDU und SPD in Sachsen/ 2004/ S. 26)

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