Landesbühnen: Abbau- statt Zukunftskonzept

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:

"Das sogenannte Zukunftskonzept der Staatsregierung für die Landesbühnen ist eine bittere Enttäuschung und eine kulturpolitische Ohrfeige vor allem für die Musiker des Landesbühnenorchesters.

Mit der geplanten Orchesterstärke von 72 Musikerstellen im Ergebnis der Zusammenführung der Elbland-Philharmonie und des Orchesters der Landesbühnen (zusammen bisher 104 Musikerstellen) wird eine drastische Reduzierung der kulturellen Angebote sowohl des Musiktheaters der Landesbühnen als auch der Konzerttätigkeit der Elbland-Philharmonie einhergehen. Experten - ebenso wie der Sächsische  Kultursenat - haben immer wieder mindestens 86 Musikerstellen empfohlen, um wenigsten 75 Prozent des Angebots aufrechtzuerhalten. Sie wurden offenbar vollkommen ignoriert. Die Flexibilität der Landesbühnen als mobiles Theater für das Land wird nur begrenzt umsetzbar sein, denn ein Orchester am Standort Riesa und ein Theater in Radebeul haben einen enormen Aufwand für gemeinsame Inszenierungen aufzubringen. Was wird aus den Angeboten der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche, die bisher von beiden Orchestern im Kulturraum Meißen - Sächsische Schweiz - Osterzgebirge erbracht wurden?

Statt auf den Rat von Kulturexperten zu hören, wurde allein dem Diktat der Finanzen gefolgt. Die Landkreise sparen dabei ebenso wie das Land - auf Kosten der Beschäftigten und vor allem der Kultur in einer ländlichen Region."

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