Gut gemeint aber schlecht gemacht
Zum Antrag "Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche in staatliche Museen" erklärt Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag:
"Gut, dass CDU und FDP in Sachsen nun auch erkannt haben, dass die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen ein öffentliches und damit kostenfreies Gut sein sollte. Doch wer gleichzeitig mit der Koalitionsvereinbarung den Museen abverlangt, ihre Einnahmen zu erhöhen und einen höheren Kostendeckungsgrad zu erzielen, der hat es zwar gut gemeint, aber politisch schlecht gemacht."
Die SPD hat bereits seit längerem den kostenfreien Eintritt in Museen für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gefordert. Sachsen würde damit u.a. Berlin (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), London und Paris folgen, die bereits vor Jahren Museen ganz oder teilweise kostenfrei geöffnet haben. Diese Kostenfreiheit für eine Gruppe von Besuchern darf aber nicht zu Lasten der anderen gehen z.B. für Arbeitslose oder Geringverdiener oder die Qualität der Ausstellungen in Frage stellen. "Die staatlichen Museen können auch ohne Landesregierung entscheiden, wen sie kostenfrei einlassen. Wenn es aber politisch gewollt ist, dann muss auch das Geld dafür bereit gestellt und die staatlichen Zuschüsse angepasst werden."
"Kulturelle Bildung in Museen ergänzt schulische Bildung in einzigartiger Weise. Deshalb ist es überfällig, Kindern und Jugendlichen ohne finanzielle Hürden den Zugang zu gewähren. Dazu gehören dann auch die Museumspädagogen, die Begleitprogramme und die Finanzierung der Anfahrt. Das geht nicht aus dem ohnehin knappen Etats der staatlichen Museen. Statt Geld für ein "Nationalmuseum" zu verplempern, wären die Mittel besser bei einer guten museumspädagogischen Arbeit eingesetzt", so Stange abschließend.