Entscheidung gegen Schulobstprogramm ist ein Armutszeugnis

Kabinett verspielt mit Ausflüchten Chance für gesunde Ernährung. Jetzt ist das Parlament gefragt.

Zum Kabinettsbeschluss, das Schulobstprogramm der EU nicht umsetzen zu wollen, erklärt Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag:

"Die Entscheidung ist ein Armutszeugnis der Sächsischen Staatsregierung zum Leidwesen unserer Kinder. Fakt ist, dass die Landesregierung offenbar nicht gewillt ist, auch nur einen Cent mehr für die gesunde Ernährung der Kinder auszugeben. Pädagogische Programme sind ebenso wichtig wie die Einbeziehung der Eltern. Aber vom Reden allein wird kein Kind gesund ernährt. Das EU-Schulobstprogramm ist daher eine wichtige Ergänzung für alle Kinder.  Die Schule soll Ort des aktiven Lernens sein und nicht nur an einem Projekttag, sondern als fester Bestandteil des Schulalltags und mit einer verbindlichen Versorgung mit Obst und Gemüse."

Das Anliegen des SPD-Antrages ist es, auf der Grundlage des EU-Schulobstprogramms (1,2 Millionen Euro für Sachsen) allen Kindern kostenfrei Obst und Gemüse zur Verfügung zu stellen. Der zusätzliche Effekt der Förderung der Landwirtschaft und damit die Steigerung der Abnahme heimischer Produkte wird mit dieser Entscheidung der Landesregierung ebenso gehemmt.

"Die angeblich hohen Verwaltungskosten sind doch nur Ausflüchte, weil die Staatsregierung offenbar nicht bereit ist, die 300.000 Euro Eigenmittel zur Verfügung zu stellen und weitere Partner ins Boot zu holen. Hier wird am falschen Ende, letztlich an der Gesundheit unserer Kinder gespart“, so Stange weiter.  Die SPD werde morgen dem Parlament die Gelegenheit geben, die Fehlentscheidung der Regierung zu korrigieren.

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