Die Gemeinschaftsschule ist keine Einheitsschule - Wahlkampfhilfe für die CDU durch Philologen-Verband
Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:
"Die Fragestellung ist so tendenziös, dass das Ergebnis nicht überraschen kann und vom Philologen-Verband ja auch so bestellt war" reagiert die bildungspolitische Sprecherin, Dr. Eva-Maria Stange, auf die heute veröffentlichten Ergebnisse einer FORSA-Umfrage "Einstellungen zur Einheitsschule".
"Wenn mich jemand nach der Einheitsschule fragen würde, wäre ich auch dagegen. Aber unsere Gemeinschaftsschulen und unsere Vorstellungen von längerem gemeinsamen Lernen haben nichts mit irgendwelchen Einheitsschulen zu tun." Vielmehr sei die Gemeinschaftsschule eine Schule mit ausdifferenzierter individueller Förderung, eine Schule, welche die volle Verantwortung für die Bildungsprozesse übernehme. "Ich lade gern die Vertreter der Gymnasiallehrer in eine der neuen Gemeinschaftsschulen in Sachsen ein, damit sie auch für das Gymnasium mitnehmen können, wie Kinder individuelle gefördert werden können. Leider ist es heute noch an einigen Gymnasien gute alte Tradition, im Frontalunterricht, undifferenziert im Gleichschritt zu lernen. Das hat eher den Charakter einer Einheitsschule."
Für Stange sei es eher überraschend, wie viel Zustimmung die "Einheitsschule" erhalten hat. Wenn es aber um längeres gemeinsames Lernen gehe, dann gäbe es eine Vielzahl anderer unabhängiger, seriöser Umfragen*, die eine Zustimmung über 60 Prozent für eine wenigstens achtjährige gemeinsame Schulzeit ausweisen und eine Zustimmung zur Trennung nach Klasse 4, die unter 20 % liegt, im Osten deutlich darüber.
* z. B. jüngst die FORSA-Umfrage "Familie und Wahl" für die Zeitschrift "Eltern": 64 Prozent wünschen eine längere Schulzeit
oder die Befragung "Integration durch Bildung" der Bertelsmann Stiftung 2008: 51 Prozent Gesamtbevölkerung (58 Prozent der Eltern)