20. September ist Weltkindertag: Kein Grund zum Feiern, aber zum Nachdenken für Schwarzgelb

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:

„Kinder sind unsere Zukunft – dieser Satz scheint bei der schwarzgelben Staatsregierung nur noch dann Gültigkeit zu haben, wenn er nichts kostet. Die aktuell geplanten Kürzungsmaßnahmen im Haushalt 2011/12 gehen überwiegend zu Lasten der Kinder und ihrer Eltern: Streichung des gebührenfreien letzten Kindergartenjahres, Kürzung bei den Ganztagsangeboten, der Jugendarbeit, der Schulsozialarbeit, bei den Bibliotheken und Musikschulen, beim Kita- und Schulhausbau, bei den Reformschulen - das ist nur die Spitze des Eisberges.

Die Kürzungen beim Elterngeld durch die Bundesregierung, beim Landeserziehungsgeld in Sachsen  und bei der Familienberatung werden viele junge Familien abschrecken und lassen Kinder zum unerfüllten Wunschtraum werden. Sachsen hat gerade angesichts der dramatischen Bevölkerungsverluste in den vergangenen Jahren keine Zukunft, wenn es nicht alles unternimmt, um der jungen Generation alle Chancen auf Bildung in und außerhalb der Schule zu geben, wenn zukünftig Eltern statt Lust auf Kinder bekommen eher Sorge vor dem sozialen Abstieg haben müssen.

Der Weltkindertag ist ein Tag zum Nachdenken, vor allem bei denen, die Kürzungen bei den Kinder- und Familienleistungen als Sparschwein betrachten. Angesichts der demografischen Entwicklung muss gerade mehr in die junge Generation investiert werden, weil nur so Generationengerechtigkeit aufrecht erhalten werden kann. Was nützen den Kindern ein schuldenfreier Haushalt und eine vierspurige Umgehungsstraße, wenn sie nicht geboren wurden oder in maroden Schulen und großen Klassen kaum eine Chance auf gute Bildung haben? Damit werden nicht nur die individuellen Zukunftschancen der Kinder, sondern unser aller Zukunft verspielt.“